Forschung zum Jubiläum
Über Friedrich den Großen lässt sich auch nach 300 Jahren noch Neues herausfinden. In Vorbereitung auf das Jubiläum und die Ausstellung veranstaltete die Schlösserstiftung seit 2007 eine Reihe wissenschaftlicher Konferenzen, gemeinsam mit der Stiftung Preußische Seehandlung und dem Deutschen Historischen Institut Paris.
Die Konferenzen
| Jahr | Thema |
|---|---|
| 2007 | Friedrich der Große – eine perspektivische Bestandsaufnahme |
| 2008 | Friedrich und der Hof |
| 2009 | Friedrich und die historische Größe |
| 2010 | Friedrich der Große – Politik und Kulturtransfer im europäischen Kontext |
| 2011 | Friedrich der Große und die Dynastie der Hohenzollern |
| 2012 | Friderizianische Raumkunst im Spiegel Europas – 1763 bis 1786 |
| 2012 | Repräsentation und Selbstinszenierung Friedrichs des Großen |
| 2013 | Friedrich der Große 2012 – eine Bilanz |
Die Ergebnisse der ersten vier Tagungen erschienen auf der internationalen Publikationsplattform perspectivia.net. Dort startete am 1. Juni 2010 auch die Reihe „Friedrich300 – Quellen“, in der die Stiftung Quellen und Dokumentationen zur preußischen Geschichte der friderizianischen Zeit veröffentlicht.

Die Tagung über die Raumkunst lief unter einer Frage, die die Sache genau trifft: „Wie friderizianisch war das Friderizianische?“ Im Schlosstheater des Neuen Palais ging es um Raum- und Möbelkunst des friderizianischen Zeitalters, also um die Art von Räumen, durch die zur selben Zeit die Besucher von Friederisiko gingen. Ende September 2012 folgte im Potsdam-Museum die Konferenz über Friedrichs Selbstinszenierung, die Ankündigung sprach von seiner „Image-Politik“.
Ein Blick in die Privatkasse

Im Juni 2011 stellte die Stiftung ein Projekt vor, das an einem alten Bild kratzte. Friedrichs Schatullrechnungen, die Abrechnungen seiner privaten Kasse, waren ausgewertet, digital erschlossen und auf perspectivia.net veröffentlicht worden. Die Überschrift der Mitteilung brachte das Ergebnis auf eine Formel: Der knauserige König liebte privat den Luxus.
Die Rechnungen erzählen von Ausgaben, die zum Bild des genügsamen Alten Fritz nicht passen wollen. Wer sie liest, findet einen König, der für seinen Auftritt und seine Umgebung viel Geld in die Hand nahm.
Der Essayband
Ein Querschnitt der Forschungsergebnisse erschien 2012 als Essayband zur Ausstellung, bei Hirmer. Seine 22 Aufsätze stellen manches in Frage, was als gesichert oder liebgewonnen galt. Ein Beispiel: Zeremoniell und Hof hatten für Friedrich ein Gewicht, das man ihm lange abgesprochen hat. Mehr dazu steht unter Bücher zum Jubiläum.
Wetter und Weltgeschichte
Auch ungewöhnliche Fragen hatten im Jubiläumsjahr Platz. Was stellte das ungestüme Wetter des 18. Jahrhunderts, die sogenannte Kleine Eiszeit, mit Friedrichs Preußen an? Und wie beeinflusste es die Politik des Königs? Ein Fernsehbeitrag ging dem Ende Januar 2012 nach.
Die Forschung zu Friedrich ist mit dem Jubiläum nicht abgeschlossen. Die Bilanzkonferenz von 2013 trug das Jahr 2012 schon im Titel, als wäre das Jubiläum selbst ein Stück Geschichte geworden, über das man forschen kann.
