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Friederisiko

„Friedrich ohne Ende“ in Rheinsberg

Friedrich der Große nannte Rheinsberg seinen „eigentlichen Geburtsort“. Als Kronprinz verbrachte er hier glückliche Jahre. Zum 300. Geburtstag würdigte ihn das Schloss vom 4. August bis zum 28. Oktober 2012 mit einer zweiteiligen Ausstellung am authentischen Ort.

Vier Präsente für den Kronprinzen

Schloss Rheinsberg mit seinen Rundtürmen, gesehen über das Wasser

In den friderizianischen Schlossräumen wurden Friedrich vier „Präsente“ dargebracht. Sie erinnerten an die Kronprinzenzeit des späteren Königs und zeigten ihn in vier Rollen:

  1. als Bauherrn,
  2. als Ehemann,
  3. als Visionär und Strategen,
  4. als Liebhaber der Gärten.

Mit der Ausstellung wurde auch der restaurierte Spiegelsaal eingeweiht. Seine Deckenbilder hatte Antoine Pesne zwischen 1738 und 1740 gemalt, also in genau den Jahren, in denen Friedrich hier lebte.

Antoine Pesne, Deckengemälde im Spiegelsaal von Schloss Rheinsberg, 1738–1740. Deckenmalerei mit Göttinnen und Putten auf hellen Wolken
Adolph Menzel, Kronprinz Friedrich besucht den Maler Pesne auf dem Malgerüst in Rheinsberg, 1861. Kronprinz Friedrich besucht den Maler Pesne, der auf einem Gerüst an einer Saaldecke arbeitet

Mehr als hundert Jahre später stellte sich Adolph Menzel vor, wie der Kronprinz den Maler auf seinem Gerüst besucht. Das Bild sagt mehr über das 19. Jahrhundert und seine Liebe zu Friedrich als über Rheinsberg. Aber es trifft etwas: Hier war der junge Friedrich noch kein Feldherr, sondern ein Mann der Künste, der Zeit für Musik und Bücher hatte.

Friedrich als Marke

Der zweite Teil lag im Kurt Tucholsky Literaturmuseum, das ebenfalls im Schloss untergebracht ist. Er widmete sich der Rezeptionsgeschichte, also der Frage, was Friedrich für Rheinsberg bis in die Gegenwart bedeutet. In einem dichten Arrangement erschien der König als Tourismusmarke und in den Festspielen, in der Schulstube, in der Bücherbar und, natürlich, im Bild.

Der Titel „Friedrich ohne Ende“ war also durchaus doppelt gemeint. Ein Ende des Interesses an diesem König ist in Rheinsberg nicht in Sicht.

Begleitprogramm 2012

Führungen und Vortrag im Schloss Rheinsberg
DatumProgrammmit
Sa., 18. AugustKuratorenführungDr. Detlef Fuchs, Schlösserstiftung
Sa., 29. SeptemberVortrag „Rheinsberger Jahre in Zinn“ zur Geschichte der ZinnfigurenChristian Wienzeck
Sa., 6. OktoberFührung „Von Tür zu Tür im Spiegelsaal“ über die ovidschen Metamorphosen auf den Türen des SaalsHelma Heldt, Schlossbereichsleiterin
Sa., 20. OktoberKuratorenführungDr. Peter Böthig, Kurt Tucholsky Literaturmuseum
Sa., 27. OktoberKuratorenführungDr. Detlef Fuchs, Schlösserstiftung

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Kurt Tucholsky Literaturmuseum. Ihre Laufzeit endete am selben Tag wie die große Schau in Potsdam.

Schloss Rheinsberg auf einer Postkarte von 1907. Schloss Rheinsberg mit zwei Rundtürmen und Säulengang, davor ein Rasen mit Statuen

Sans Souci im Ruppiner Land

Wand eines Saals in Schloss Rheinsberg mit Muschelornamenten, Spiegeln und Stuck

Auch rund um Rheinsberg ging das Jubiläum weiter. Unter dem Motto „Sans Souci im Ruppiner Land“ lud der Landkreis Ostprignitz-Ruppin 2012 zu Veranstaltungen auf Friedrichs Spuren ein. Die Gegend kannte der Kronprinz gut: In Neuruppin hatte er 1732 ein Regiment übernommen, bevor er 1736 nach Rheinsberg zog.

Was im selben Jahr in Potsdam zu sehen war, beschreibt das Kapitel Die Ausstellung. Die übrigen Veranstaltungen des Jubiläums sind unter Das Jubiläumsjahr aufgeführt.