Das Neue Palais
Das Neue Palais ist eines der bedeutendsten deutschen Schlösser des 18. Jahrhunderts und der größte und prunkvollste Schlossbau Friedrichs des Großen. Er ließ es nach dem Siebenjährigen Krieg zwischen 1763 und 1769 errichten, als Denkmal seines militärischen Triumphs und seines persönlichen Ruhmes, gedacht für die Zeitgenossen und für die Nachwelt.

Ein Schloss für Gäste

In den prächtigen Appartements und Sälen wurden hochrangige Gäste untergebracht und unterhalten. Das Neue Palais war Friedrichs Gästeschloss. Im Sommer reiste die Verwandtschaft aus den Fürstenhäusern Europas an, und zwischen Festen und Konzerten wurde Politik gemacht, auch Heiratspolitik.
Heute gehört das Schloss zu den am besten erhaltenen Repräsentationsbauten seiner Zeit. Die Fassade ist lang, sehr lang, und auf der Balustrade stehen Figuren in dichter Reihe. Über der Mitte sitzt die Kuppel mit den drei Grazien, die eine Krone tragen.
Das Gebäude als erstes Exponat

Für Friederisiko war das Schloss selbst das wichtigste Objekt. Das Konzept der Ausstellung ging von der Funktion und Ausstattung der Räume aus, die Friedrich genau und hintersinnig geplant hatte. Sie spiegeln seine Vorstellungen und verraten, wie er sich selbst sah. Im Neuen Palais erschließt sich, auf welche Weise Friedrich „der Große“ wurde und warum er uns heute noch so erscheint.
Auf dem Gemälde von 1775 steht der Bau noch frei in einer weiten, eben erst gestalteten Landschaft, mit Feldern und jungen Alleen ringsum. Erst mit den Jahren wuchs der Park um das Schloss zusammen.
Marmorsaal und Festräume

Der Marmorsaal ist der große Festsaal des Schlosses. Sein Deckengemälde schuf Charles-Amédée-Philippe van Loo 1768. Es zeigt den Olymp mit den zum Mahl versammelten Göttern. In der Ausstellung gehörte der Saal zum Thema „Königsbilder“, denn hier stieg Friedrich, bildlich gesprochen, selbst in den Himmel der Götter auf.
Kronleuchter, Marmor und ein großes Gemälde zwischen den beiden Türen: So sah der Saal aus, als das Schloss noch einmal kaiserlicher Wohnsitz war. Im Jahr 1888 hieß es kurze Zeit Friedrichskron. So hatte es Kaiser Friedrich III. genannt, der hier lebte und in diesem Jahr starb.

Das Theater
Im Südflügel liegt das Schlosstheater, ein Rokokosaal mit Logenrängen und vergoldetem Schmuck. Hier begann Friederisiko mit der Pressekonferenz im April 2012. Später tagte im Theater eine wissenschaftliche Konferenz über Raum- und Möbelkunst der friderizianischen Zeit.
Während der Ausstellung gab es im Theater an jedem Ausstellungstag ein halbstündiges Kammerkonzert unter dem Titel „Barock um Eins“. Solange die Musiker spielten, blieb der Saal für den Rundgang geschlossen.
Restaurieren für das Jubiläum

Bis kurz vor der Eröffnung wurde im Neuen Palais restauriert. Drei Projekte aus jener Zeit sind gut dokumentiert:
- Das Untere Fürstenquartier erstrahlte im Januar 2012 neu. Möglich machte das eine deutsch-amerikanische Zusammenarbeit der Ostdeutschen Sparkassenstiftung mit dem World Monuments Fund.
- Im August 2012 war die Restaurierung des Spindler-Schreibtischs abgeschlossen, eines Glanzstücks aus dem Schloss.
- Mit der Online-Aktion „Ein Quart Geschichte“ warb die Schlösserstiftung ab Januar 2012 um Hilfe für die Rettung eines kostbaren Marmorkunstwerks aus Friedrichs Zeit im Neuen Palais.
Das gleichnamige Buch nennt auch die Schloss- und Gartenanlagen, die im Rahmen eines Masterplans bis 2017 saniert werden sollten. Das Neue Palais gehört dazu.
Die Communs

Der Hauptfront gegenüber stehen die Communs, zwei große Wirtschaftsgebäude, verbunden durch eine Kolonnade mit Triumphtor. Hier lagen Küchen und Unterkünfte für den Hofstaat, damit der Betrieb das Schloss selbst nicht störte. Heute gehören die Communs zur Universität Potsdam.
Johann Friedrich Meyer malte um 1770 Spaziergänger auf dem Rasen davor, gekleidet nach der Mode ihrer Zeit.
Im Lauf des Jahres

Die Ausstellung dauerte vom Frühjahr bis in den Herbst. Das Schloss zeigt sich in jeder Jahreszeit anders, unter dem gelben Laub der Alleen ebenso wie im Schnee.
Am 17. und 18. August 2012 lag das Neue Palais mitten in der XIV. Potsdamer Schlössernacht, und der Park war für zwei Nächte eine einzige Bühne.

